Gestalttage

Die Gestalttage sind die jährliche Fachtagung der Fachsektion Integrative Gestalttherapie.

Sie finden abwechselnd in verschiedenen Bundesländern statt.



Eine Nachschau mit Fotos und Videos von den Gestalttagen 2012 zum Thema "Macht und Ermächtigung - Psychotherapie zwischen Kontrolle, Anpassung und Emanzipation" finden Mitglieder hier.


In Kürze werden Sie hier auch Texte zum Nachlesen finden, die die Vortragenden zur Verfügung stellen.


eine Radiosendung, die bei den Gestalttagen entstanden ist

(bis 14. 2. im Internet nachzuhören):

Ö1, Di 07. Februar 2012 Zeit: 19:05

Dimensionen - die Welt der Wissenschaft


Vertrauen und Versuchung.

Psychotherapie und der Faktor Macht.

Gestaltung: Sabrina Adlbrecht


Der Begriff "Macht" ist sehr stark gefühlsmäßig - und da sehr zwiespältig - besetzt. Im Allgemeinen wird er meist dem Begriff "Herrschaft" zugeordnet und ist damit - zumindest offiziell - negativ konnotiert. Im eigentlichen Wortsinn ist "Macht" allerdings nur von "machen" abgeleitet, bedeutet also so etwas wie "Können", "Fähigkeit" und "Vermögen" - weshalb ihm auch, inoffiziell, eine gewisse Faszination innewohnt.

Auch in psychotherapeutischen Beziehungen spiegeln sich Machtverhältnisse wider: Schon bevor eine solche Beziehung überhaupt entsteht, hat ja der Therapeut die Macht, Diagnosen zu stellen - und der Patient die Macht, eine Therapie seinerseits bewusst scheitern zu lassen. Der Erfolg einer Therapie ist also immer - auf welches Verfahren sich die therapeutischen Partner auch immer einigen mögen - primär abhängig davon, ob es gelingt, eine Atmosphäre beiderseitigen Vertrauens zu schaffen.

Ebenso selbstverständlich birgt der Charakter der psychotherapeutischen Arbeit die Gefahr missbräuchlichen Handelns; es stellt sich also die Frage: Dient die psychoanalytische Therapie der Erhaltung bestehender gesellschaftlicher Machtverhältnisse? Oder dient sie, wie es ja ihr Ziel ist, der Selbstermächtigung des Patienten? Welche Möglichkeiten autonomer Entwicklung hat ein Patient tatsächlich - und wie wirken sich geschlechtsspezifische Rollenbilder in der therapeutischen Arbeit aus?

Diese Fragen wurden bei den diesjährigen "Gestalttagen" in Wien aus verschiedenen Blickwinkeln diskutiert: Aus gestalttherapeutischen ebenso wie aus psychoanalytischen, soziologischen, kulturwissenschaftlichen und literarischen.



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