Die Seminare des Weiterbildungslehrgangs können auch als einzelne Fortbildungsseminare gebucht werden:

Entwicklungspsychologie, Entwicklungspathologie von Säuglingen, Kindern und Jugendlichen (16 EH)

Leitung: Mag. Nicole Miksch

Datum: 1. - 3. 12. 2017

Ort: ÖAGG Ambulanz, 1030 Wien, Marxergasse 25/DG

Kosten: € 360.- ( € 330.- für ÖAGG Mitglieder )

Anmeldung:



Weiterbildung der Fachsektion Integrative Gestalttherapie im ÖAGG

Psychotherapie mit Säuglingen, Kindern, Jugendlichen und ihrem Umfeld

Foto SKJ Folder

2016-09-13

Nächster Weiterbildungslehrgang Start 6. Oktober 2017

Online Anmeldung


Seminartermine

Weiterbildungsvertrag

Liste der SKJ Lehrbeauftragten



Weiterbildungsleitung: Ekkehard Tenschert, MSc,

Dauer der Weiterbildung: 2 - 3 Jahre

Alle Pflicht- und Wahlpflichtseminare des Lehrgangs finden innerhalb eines Zeitrahmens von ca. 2 Jahren statt. Der Abschluss der Weiterbildung erfolgt nach Absolvierung aller Weiterbildungsteile und berechtigt zur Eintragung in die Liste der Säuglings-, Kinder- und JugendlichenpsychotherapeutInnen nach den Richtlinien des Bundesministeriums für Gesundheit.
 

Gesamtkosten ab € 4.048.-

Lehrgangskosten (Pflicht- und Wahlpflichtseminare): € 3.048.-
Kosten der 50 Stunden Supervision (vergünstigte Supervision für Weiterbildungsteilnehmer wird angeboten)
Kosten der ÖAGG Mitgliedschaft (ca. /Jahr)


Curriculum

Weiterbildungsziel

Diese Weiterbildung bietet eine vertiefte Qualifikation zur psychotherapeutischen Behandlung von Säuglingen, Kindern und Jugendlichen im Zusammenhang mit deren Bezugspersonen (Kurzbezeichnung SKJ Psychotherapie). Auf der Methode Integrative Gestalttherapie aufbauend bietet sie eine Vertiefung und Erweiterung von bereits erworbenen fachspezifischen Kompetenzen für die psychotherapeutische Arbeit mit dieser KlientInnengruppe. Die Beachtung von Kontaktphänomenen, der Wahrnehmung, des sprachlichen und nichtsprachlichen Ausdrucks, der Leiblichkeit, geschlechtsspezifischer Aspekte, des familiären Hintergrundes sowie von Umweltphänomenen wird in allen Seminaren vermittelt. Das Entwickeln einer dem KlientInnenalter gemäßen Kommunikation, der Einsatz von Spiel, szenischem Arbeiten und kreativen Medien bildet die Basis aller methodischen Seminare.

Die Weiterbildung erfüllt in Inhalt und Umfang die Vorgaben folgender Richtlinien des Bundesministerium für Gesundheit im Bereich der Psychotherapie mit Gültigkeit ab 1. 2. 2015:


Aufnahmebedingungen

Die Weiterbildung ist offen für alle PsychotherapeutInnen, sowie für Psychotherapeutinnen in Ausbildung unter Supervision, die alle Ausbildungsseminare absolviert haben. Ein Abschluss der Weiterbildung kann frühestens ein Jahr nach Eintrag in die PsychotherapeutInnenliste des österreichischen Bundesministeriums für Gesundheit erfolgen.

Seminarform

Die Seminare sind in Form von Vorträgen, Einzel- und Gruppenarbeiten vorwiegend anhand der Methode der Integrativen Gestalttherapie aufgebaut und weisen einen hohem Selbsterfahrungsanteil auf. Die Evaluierung erfolgt anhand einer Falldarstellung wahlweise mündlich in Kleingruppen oder in schriftlicher Form.

Weiterbildungsumfang

Pflichtseminare Theorie und Methodik

16 Std. Einführung, ethische und rechtliche Grundlagen der SKJ Psychotherapie
16 Std. Entwicklungspsychologie, Entwicklungspathologie von Säuglingen, Kindern und Jugendlichen
16 Std. Erstkontakt und Diagnostik in der SKJ Psychotherapie
16 Std. Psychotherapeutische Arbeit mit dem Bezugssystem und weiteren Umfeld
16 Std. Psychotherapeutische Arbeit mit Säuglingen/Kleinkindern und deren Bezugspersonen
16 Std. Psychotherapeutische Arbeit mit Kindern
16 Std. Psychotherapeutische Arbeit mit Jugendlichen
16 Std. Kreative Medien in der Psychotherapie mit Kindern und Jugendlichen
16 Std. Literaturstudium in fortlaufenden Peergroups

Wahlpflichtseminare Theorie und Methodik (daraus 2 zu wählen):

8 Std. Besonderheiten der psychotherapeutischen Arbeit mit Säuglingen, Kindern und Jugendlichen mit tiefgreifenden Entwicklungsstörungen, intellektuellen, körperlichen oder mehrfachen Beeinträchtigungen
8 Std. Besonderheiten der psychotherapeutischen Arbeit mit Säuglingen, Kindern und Jugendlichen mit Essstörungen
8 Std. Besonderheiten der psychotherapeutischen Arbeit mit traumatisierten Säuglingen, Kindern und Jugendlichen
8 Std. Besonderheiten der psychotherapeutischen Arbeit mit Säuglingen, Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund

160 Std.

Summe Weiterbildungsstunden Theorie und Methodik

Praxis

200 Std. Psychotherapeutische Arbeit mit Säuglingen, Kindern und Jugendliche und deren Umfeld
50 Std. Supervision der psychotherapeutischen Arbeit mit Säuglingen, Kindern und Jugendlichen und deren Umfeld

250 Std.

Summe Weiterbildungsstunden Praxis

Evaluierung

4 Std. Falldarstellung in Kleingruppen
alternativ schriftliche Arbeit

414 Std.

Summe Weiterbildungsstunden gesamt



Pflichtseminare

Einführung, ethische und rechtliche Grundlagen der SKJ Psychotherapie (16 EH)

Die TeilnehmerInnen lernen grundlegende Bedingungen und Notwendigkeiten der Säuglings-, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie kennen. Sie setzen sich mit Besonderheiten der SKJ Psychotherapie bei der Auftragsklärung und konkreten methodenspezifisch begründeten Settings (Einzelarbeit mit begleitender Elternberatung, Gruppensetting, Familiensetting) auseinander und bekommen einen Überblick über Unterschiede zur Erwachsenenpsychotherapie in Bezug auf eine altersgemäße Kontaktaufnahme, die psychotherapeutische Beziehungsgestaltung und die Einnahme einer professionellen Rolle im vorhandenen Hilfssystem. Sie reflektieren und diskutieren Besonderheiten und Problemstellungen in berufsethischer Hinsicht (z.B.: Therapiemotivation, Verschwiegenheit gegenüber den Bezugspersonen) und der rechtlichen Situation von Psychotherapie mit Minderjährigen (Kinderrechte, Psychotherapiegesetz, Richtlinien des Bundesministeriums für SKJ Psychotherapie) in Österreich.
Die Abläufe des Weiterbildungslehrgangs werden dargestellt und erläutert. Peergroups zum selbständigen Literaturstudium werden gebildet.

Entwicklungspsychologie, Entwicklungspathologie von Säuglingen, Kindern und Jugendlichen (16 EH)

In diesem Seminar werden vertiefende Kenntnisse der Entwicklungstheorie /-psychologie und Persönlichkeitsentwicklung in Verbindung mit den lebensphasenspezifischen Entwicklungsaufgaben und -risiken, der damit verbundenen Psychodynamik, sowie altersspezifischen Vulnerabilitäten vermittelt:
vorgeburtliche Entwicklung,
erste Interaktionen im embryonalen und Säuglingsstadium zwischen Baby und Bezugspersonen, Säuglings- und Bindungsforschung (Bindungstheorien und Bindungsstörungen unter Berücksichtigung hirnorganischer Forschungsergebnisse)
psychomotorische Entwicklung im Säuglings- und Kleinstkindalter und die entstehenden Herausforderungen für die Beziehung zwischen Halten und Gehen lassen
besondere Herausforderungen und Wachstumsschritte des Kindergartenalters: von der Symbiose über die Triangulierung zur Gruppenfähigkeit
Interferenzen zwischen körperlicher, emotionaler, kognitiver und sozialer Entwicklung im Kindergarten- und Schulalter im Vorfeld der Pubertät
Pubertät im Technologiezeitalter, körperliche und geschlechtsspezifische sexuelle Entwicklung und Reifung, die Bedeutung von Peergroups
Dabei wird auch auf relevante kulturgeschichtliche sowie genderspezifische Aspekte eingegangen. Die Entwicklungen von Auffälligkeiten oder von relevanten Symptomatiken werden in Bezug auf die zu Grunde liegenden Beziehungserfahrungen besprochen. Störungsbilder werden als Antworten auf bestimmte lebensgeschichtliche Situationen verstanden und zeigen auf, welche korrigierenden und kompensierenden Erfahrungen vorhanden sind oder / und bisher nicht gemacht werden konnten. Einflüsse des Beziehungsumfeldes und der weiteren Umwelt auf die Entwicklung werden detailliert erörtert.

Diagnostik in der SKJ Psychotherapie (16 EH)

In der Psychotherapie von Säuglingen / Kindern und Jugendlichen ist eine umfassende und aussagekräftige (Prozess-) Diagnostik von großer Bedeutung. In diesem Seminar werden verschiedene sich sinnvoll ergänzende diagnostische Schwerpunktsetzungen Einblick in die Komplexität von Diagnostik geben. In einem ersten Schritt wird auf Erstkontakt, Erstinterview und Anamnese sowie auf die Besonderheiten im Setting mit den relevanten Bezugspersonen eingegangen. Schwerpunktmäßig werden in der Folge die prozessuale Diagnostik und diagnostische Verfahren (z.B. Szeno-Test, Verzauberte Familie) vorgestellt, übend vertieft und praxisorientiert diskutiert. Zudem wird praxisnah anhand von Fallbeispielen ein Überblick über die klassifikatorische Diagnostik (ICD, DSM, MAS) und die Operationalisierte Psychodynamische Diagnostik für Kinder und Jugendliche (OPD-KJ) gegeben.

Literaturstudium / Peergroup (16 EH)

Die TeilnehmerInnen setzen sich selbständig und regelmäßig in Gruppen mit grundlegender Literatur der Integrativen Gestalttherapie und anderer psychotherapeutischer Methoden im Bereich Säuglings-, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie, sowie mit Literatur an diesen Bereich angrenzender Wissensgebiete und Berufsfelder auseinander.
Die Auswahl der empfohlenen Literatur erfolgt im Rahmen des Einführungsseminars und ist für Erweiterungsvorschläge der TeilnehmerInnen prinzipiell offen. Weiters werden aktuelle Artikel aus Fachzeitschriften und Skripten zum Selbststudium empfohlen.
In einzelnen Seminaren kann zusätzliche Lektüre gefordert werden.

Psychotherapeutische Arbeit mit dem Bezugssystem und weiteren Umfeld (16 EH)

Die TeilnehmerInnen lernen die Notwendigkeit und die Bedingungen der Arbeit mit den Bezugspersonen und Auftraggebern in der Säuglings-, Kinder und Jugendlichenpsychotherapie kennen, in der die nächsten Bezugspersonen, evtl. auch ein erweitertes Umfeld in besonderem Maße miteinbezogen sind. Sie setzen sich mit Möglichkeiten und Grenzen ihrer Rolle in der Umfeldarbeit auseinander und kennen besondere Situationen und Schwierigkeiten, die im Zusammenhang mit Elternarbeit und der Arbeit mit den erweiterten Bezugssystemen auftreten können. Wie können PsychotherapeutInnen die Erziehungsberechtigten stützen, einen besseren Beitrag zur Gesundheit des Kindes/Jugendlichen leisten zu können? Wie kann eine gute Kooperation mit Institutionen wie Beratungsstellen, Jugendwohlfahrt, therapeutischen Wohngemeinschaften, Ämtern, Schulen, PsychologInnen, ÄrztInnen oder Krankenhäusern aussehen?
Komplexe gängige und neue Familien- und Umfeldstrukturen werden in ihrer Dynamik beleuchtet und begreifbar gemacht und Wege gelingender Kooperation erarbeitet.

Psychotherapeutische Arbeit mit Säuglingen/Kleinkindern und deren Bezugspersonen (16 EH)

In diesem Seminar werden vor dem Hintergrund bindungstheoretischer Zugänge Entwicklung und Entstehung der Säuglingspsychotherapie, als junge Wissenschaft, dargestellt. In den Fokus werden interaktive leibliche Austauschprozesse gestellt - u.a. mittels direkter videounterstützter Beobachtungen von Eltern-Baby-Interaktionen. Dabei werden die TeilnehmerInnen u.a. mit den Ausdrucksmöglichkeiten und den entsprechenden Signalen, die von Säuglingen und Kleinkindern ausgehen, vertraut gemacht, mit denen diese sowohl eigene Befindlichkeiten zeigen, als auch sensibel auf Ängste und atmosphärische Befindlichkeiten ihrer Bezugspersonen reagieren. Auf verschiedene Irritationen / Probleme im Beziehungsgefüge (z.B. Regulationsstörungen: Schlaf., Schrei-, Ess- und Fütterungsstörungen, prä-, peri- und postnatale Komplikationen, Geburts- und Trennungstraumata und Bearbeitungsmöglichkeiten) wird speziell eingegangen. In der gemeinsamen Arbeit mit Eltern und Kind können PsychotherapeutInnen auf Dynamiken und Beziehungsmuster in der Eltern-Kind Interaktion aufmerksam machen, vorhandene Bindungsressourcen der Eltern stärken und den Aufbau eines besseren Kommunikation und einer sichereren Bindung unterstützen.

Psychotherapeutische Arbeit mit Kindern (16 EH)

Spiel ist das zentrale freie Ausdrucks- und Kommunikationsmittel von Kindern. In der psychotherapeutischen Arbeit im und mit dem Medium Spiel können PsychotherapeutInnen im freien Spiel, in funktionalen Spielen, bekannten Regelspielen, Phantasiespielen, Symbol- und Puppenspielen oder Rollenspielen mit Kindern in Kontakt treten. So werden Szenen der kindlichen Lebenswelt ausgedrückt und verstehbar und es können gemeinsam Umgangsmöglichkeiten und Lösungen entwickelt werden. Die TeilnehmerInnen lernen den Einsatz von geeigneten Materialien (z.B.: Bauklötze, Sand, Puppen, Symbolgegenstände, Spiele, Bücher, ...) und den Umgang mit kreativen Medien in diesem Zusammenhang kennen.
Die TeilnehmerInnen setzen sich aus den unterschiedlichen Perspektiven der Beteiligten mit kindlichen Lebenswelten in Familien, Kindergärten, Schulen, Peergroups auseinander. Sie erarbeiten Möglichkeiten und Grenzen ihrer Rolle als PsychotherapeutInnen, die zu einem bereits bestehenden System von erwachsenen Bezugs- und Hilfspersonen dazu geholt werden. Sie entwickeln ein Repertoire altersgemäßer Kontakt- und Kommunikationsmöglichkeiten mit unterschiedlich belasteten und sozialisierten Kindern.

Psychotherapeutische Arbeit mit Jugendlichen (16 EH)

Die psychotherapeutische Arbeit mit Jugendlichen unterscheidet sich wesentlich sowohl von der Psychotherapie mit Kindern wie von der Erwachsenenpsychotherapie und erfordert eine andere therapeutische Beziehungsgestaltung. Jugendliche befinden sich auf dem Weg hin zu emotionaler und materieller Verselbständigung. Sie sind eingeschränkt geschäftsfähig und stehen immer noch in einem Abhängigkeitsverhältnis zu ihren Bezugspersonen, die meist auch Auftraggeber für die Psychotherapie sind. Dem muss in einem methodenspezifisch begründetem besonderen Setting der Elternarbeit Rechnung getragen werden.
Je nach Entwicklungsstand und Problematik kann methodisch ein völlig unterschiedliches Vorgehen erforderlich sein. In direkter Interaktion kann es sowohl zu ausgeprägt regressiven Ausflügen in die kindliche Spielwelt, als auch zu reflektierender intellektueller Auseinandersetzung mit Problemen des jungen Erwachsenendaseins kommen. Dem Einsatz von Spiel, kreativen Medien, Sport und Bewegung gemäß dem jeweiligen Entwicklungsstand kann hier eine besondere Bedeutung zukommen.
In dieser Lebensphase kommt es entwicklungsbedingt zu großen altersgemäßen Veränderungen und Orientierungsproblemen:
die körperlich-seelische Entwicklung und damit verbundene Konflikte
die einsetzende Ablösung von den primären Bezugspersonen
die Entwicklung der Sexualität und Geschlechtsidentität
Zugehörigkeit und Autonomie in Peergroup und Partnerschaft
der Umgang mit Kulturtechniken wie „neuen Medien“
der eigenständige Umgang mit legalen und illegalen Drogen
Sucht- und Essstörungen
In dieser Zeit treten besondere Belastungen und Gefahren auf, die zu vorübergehenden Problemen führen, aber auch zu in diesem Alter auftretenden dauerhaften, krankheitswertigen Störungen beitragen können.

Kreative Medien in der Psychotherapie mit Kindern und Jugendlichen (16 EH)

Kreative Medien, sind wie das Spiel ein primäres Ausdrucksmittel von Kindern in aller Welt. Mit ihnen können bewusste und unbewusste Gefühle, Szenen, Träume, Geschichten, Atmosphären und auch symptomerzeugende Situationen, die mit Ängsten, Konflikten, Traumen beladen sind, symbolisiert, nonverbal ausgedrückt und bearbeitet werden. Die kreativtherapeutische Arbeit ermöglicht unmittelbaren Zugang zu den auch sprachlosen Erlebnis-und Konfliktwelten von Kindern und Jugendlichen und deren Lebenswelt. Sichtbar, greifbar, hörbar, handhabbar gemacht, zeigen sich die belastenden (krankmachenden) inneren und äußeren Szenen, wie die Kinder und Jugendlichen selbst sie wahrnehmen und erleben und oft auch schon erste Schritte, die herausführen. Durch das den Kreativen Medien innewohnende schöpferische, lustvolle und erlebnisaktivierende Potential, werden die Ressourcen der Kinder und Jugendlichen gestärkt. Eigene Lösungsansätze zeigen und entfalten sich durch die Phantasie und im schöpferischen Tun.
Kreative Medien können sowohl aufdeckend, als auch regulierend und ressourcenstärkend in Einzel und in Gruppentherapie eingesetzt werden.
Unterschiedliche Medien wie Malen, Zeichnen, Tonarbeit, Märchen, Imaginationsreisen, Geschichten erzählen, Gedichte erfinden, Theaterspiel, Puppen- und Maskenspiel, Tanz, Musik können untereinander verknüpft werden (intermediale Quergänge). Spezielle Techniken wie z.B. Wut-, Kritzel-, Körperbilder werden vorgestellt.

Wahlpflichtseminare

Besonderheiten der psychotherapeutischen Arbeit mit Säuglingen, Kindern und Jugendlichen mit tiefgreifenden Entwicklungsstörungen, intellektuellen, körperlichen oder mehrfachen Beeinträchtigungen (8 EH)

Die psychotherapeutische Arbeit mit Säuglingen, Kindern und Jugendlichen, die durch Entwicklungsstörungen mehr oder weniger stark beeinträchtigt sind, erfordert eine spezielle Zuwendung zu ihrer Lebenswelt. Störungen der Wahrnehmungsfähigkeit, intellektuelle Beeinträchtigungen, emotionale Einschränkungen, körperliche Behinderungen führen sowohl für Kinder und Jugendliche, als auch für deren Bezugspersonen zu besonderen Schwierigkeiten. Die Formen der Beeinträchtigung sind vielfältig und können verschiedene Bereiche, jeweils einzeln oder in Kombination betreffen, sie können eine Entwicklungsverzögerung oder auch einen dauerhafte Einschränkung bedeuten.
In der Psychotherapie müssen individuell Wege der Kontaktaufnahme und der gelingenden Kommunikation gefunden werden, die die Kinder und Jugendlichen entlang der Grenze zwischen Forderung und Überforderung in ihrer Entwicklung unterstützen und ihnen helfen, geeignete Bewältigungsstrategien zu erarbeiten.
Eine besondere Bedeutung kommt der Beratung und Unterstützung der Eltern und des erweiterten Bezugssystems, insbesondere der Einbeziehung anderer Berufsgruppen und Einrichtungen wie z.B. Sonder- und HeilpädagogInnen, ErgotherapeutInnen, ÄrztInnen, Tagesstruktur- und Unterbringungseinrichtungen zu.

Besonderheiten der psychotherapeutischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen mit Essstörungen (8 EH)

Essstörungen wie Anorexia Nervosa, Bulimie, Binge Eating Disorder, Adipositas sind eine schwere Belastung für Kinder und Jugendliche und ihr Bezugssystem und erfordern spezielles Wissen und Vorgehensweisen. Eine enge Zusammenarbeit mit andern Berufsgruppen (ÄrztInnen, Spitäler) ist fast immer notwendig, um Aufgaben auszulagern (z.B.:Gewichtskontrolle, medikamentöse Behandlung, Überprüfung der Blutwerte) und einschätzen zu können, ob eine ambulante Behandlung sinnvoll und ausreichend sein kann. Das familiäre Umfeld und die Peergroup sind wesentlich an der Entstehung und der Aufrechterhaltung von Essstörungen beteiligt. Eine Einbeziehung und aktive Teilnahme der Bezugspersonen an der Psychotherapie ist hier besonders wichtig, um eine Entlastung der Kinder und Jugendlichen und des Bezugssystems herbeizuführen.
Besondere Dynamiken und Hintergründe von Essstörungen werden aufgezeigt und diskutiert. Diagnostische Kriterien und therapeutische Interventionen werden praxisorientiert vermittelt.

Besonderheiten der psychotherapeutischen Arbeit mit traumatisierten Säuglingen, Kindern und Jugendlichen (8 EH)

In diesem Seminar werden die verschiedenen Formen der Traumatisierung bei Säuglingen, Kindern und Jugendlichen sowie die altersabhängigen Reaktionsformen / Bewältigungsstrategien nach traumatischen Erfahrungen diskutiert. Dabei sind die negativen Auswirkungen auf die biologische, psychologische und soziale Entwicklung je nach Alter, Schwere und Komplexität der Trauma-Erfahrungen sowohl im diagnostischen als auch im therapeutischen Prozess deutlich zu machen und zu differenzieren.
Ein Überblick über geeignete traumaspezifische Methoden und Interventionen im Sinne von Stabilisierung, Entlastung, Affektregulation, Durcharbeiten / Neuverhandeln und von Ressourcenbildung (auch in der Arbeit mit den Bezugspersonen) soll gegeben werden. Weiters können anhand von konkreten Fallbeispielen Therapieverläufe, gestalttherapeutische Prinzipien und das schwerpunktmäßig breite Spektrum von (gestalttherapeutischen) Übungen und Interventionen in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen diskutiert und erarbeitet werden.

Besonderheiten der psychotherapeutischen Arbeit mit Säuglingen, Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund (8 EH)

Die Psychotherapie von Säuglingen, Kindern und Jugendlichen und Bezugspersonen mit Migrationshintergrund bringt spezielle Herausforderungen mit sich. Neben individuellen und kulturellen Einstellungen bestimmen auch sozioökonomische Faktoren wie Familieneinkommen, Zugang zu Bildung und Unterstützungssystemen wesentlich die Art und Weise, wie Psychotherapie helfen kann. Unterschiede in Sprachkenntnissen, kulturell tradierten Vorstellungen wie Werte und Religion, Menschen- und Rollenbilder, Erziehungsvorstellungen, Gesundheits-, Krankheits-, Heilungsmodelle müssen berücksichtigt werden.
Kinder mit aktuellem oder aus Vorgenerationen stammenden Migrationshintergrund müssen sich zusätzlich zu ihren individuellen Schwierigkeiten, mit diesen mehr oder weniger gravierenden Unterschieden ihres familialen Umfelds zur Kultur des Aufenthaltslandes auseinandersetzen und befinden sich in einem besonderen Spannungsfeld zwischen Integration und Segregation bzw. kultureller Assimilation und Marginalisierung. Nicht selten nehmen sie in den Familien eine Rolle als Mittler zwischen den Kulturen ein. Auch die Elternarbeit erfordert von PsychotherapeutInnen eine besondere Aufmerksamkeit und die Bereitschaft sich auch mit der Kulturgebundenheit ihrer eigenen Werte auseinanderzusetzen.
Ein spezielles Augenmerk gilt der Psychotherapie mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen und Kindern aus kriegstraumatisierten Flüchtlingsfamilien.

Evaluierung und Abschluss der Weiterbildung

Falldarstellung in der Kleingruppe (4 EH)

Die TeilnehmerInnen geben eine Falldarstellung einer durchgeführten SKJ Psychotherapie und diskutieren den Fall in einem intervisorischen Prozess in einer Kleingruppe aus bis zu fünf WeiterbildungskollegInnen. Zwei Lehrbeauftragte geben ein abschließendes Feedback.
Alternativ kann eine Falldarstellung als schriftliche Abschlussarbeit eingereicht werden. Diese wird von zwei Lehrbeauftragten unabhängig beurteilt.