Ausbildung Integrative Gestaltberatung

Der Lehrgang Lebens- und Sozialberatung, Methode Integrative Gestalttherapie der Fachsektion Integrative Gestalttherapie im ÖAGG ist durch die beim Allgemeinen Fachverband
des Gewerbes eingerichtete Zertifizierungsstelle (§ 119 Abs. 5 GewO 1994) anerkannt und wird durch diese auch laufend evaluiert.

Broschüre DownloadFolder Lebens- und Sozialberatung, Integrative Gestaltberatung

weitere Informationen:
Fachsektion Integrative Gestalttherapie im ÖAGG
Lenaugasse 3, 1080 Wien
Tel: 01-718 48 60, Fax DW 2
E-mail: gestalttherapie@oeagg.at



Lehrgang für Lebens- und Sozialberatung

Methode: Integrative Gestaltberatung
(6 Semester, berufsbegleitend)

Lebens- und Sozialberatung ist ein gebundenes und bewilligungspflichtiges Gewerbe. Nur Personen mit gründlicher Ausbildung, Praxiserfahrung und methodischer Qualifikation arbeiten als diplomierte Lebens- und SozialberaterInnen.

Die im Folgenden angeführten Tätigkeiten sind Tätigkeiten des Gewerbes der Lebens- und Sozialberatung und dürfen daher nur aufgrund einer diesem Gewerbe entsprechenden Bewilligung ausgeübt werden:

Beratung, Coaching, Counselling und Betreuung von Personen oder Institutionen, insbesondere in den Gebieten
Persönlichkeitsentwicklung
Selbstfindung
Problemlösung
Verbesserung der Beziehungsfähigkeit sowie psychologische Beratung (mit Ausnahme der Psychotherapie)
Der Tätigkeitskatalog ist auch auf der homepage www.lebensberater.at abrufbar.

Die Methode, die wir vermitteln ist „Integrative Gestaltberatung“

Was ist Integrative « Gestalt »-Beratung?
Die Integrative Gestaltberatung beruht auf der Gestalttherapie von Fritz und Lore Perls und Paul Goodman. „Integrativ“ weist auf die Einbeziehung theoretischer wie methodischer Weiterentwicklungen hin.

Gestalttheoretische Erkenntnisse aufgreifend, wird der Mensch als Ganzer in seiner Leiblichkeit, Emotionalität und seinen geistigen Strebungen begriffen, der unauflöslich mit seiner sozialen und ökologischen Umwelt verbunden ist.
Die Integrative Gestaltberatung sieht die Beziehung zwischen BeraterIn und KlientIn als die entscheidende Grundlage für die beraterische Arbeit. Sie richtet die Aufmerksamkeit darauf, was im Kontakt hier und jetzt offensichtlich wird – durch Sprache, Stimme, Gestik, Mimik, Körperhaltung, Bewegungsmuster und versucht, vom Offensichtlichen zu den Persönlichkeits- und Verhaltensmustern zu gelangen (phänomenologisch-hermeneutisches Verfahren).
 
Der Begriff „Gestalt“ stammt aus der Gestaltpsychologie und bezieht sich auf die Wahrnehmung von Ganzheiten. Durch die Gestalttherapie und -beratung wurde der Begriff auf die Erfahrungsphänomene generell erweitert: danach konstruieren Menschen ihre Wirklichkeit – ausgelöst durch innere und äußere Reize – als Ganzheiten oder Gestalten, wobei das Ganze mehr ist als die Summe ihrer Teile. „Gestalt“ wird in der Gestalttherapie und Gestaltberatung als die Dynamik des Hervortretens einer Figur vor einem Hintergrund dargestellt. Dieser Prozess wird durch Impulse oder Bedürfnisse im Wechselspiel mit Bedingungen des Umweltfeldes ausgelöst. Das Stück Brot wird für den Hungernden zur Figur, die er sich einverleiben möchte, um das unbefriedigte Bedürfnis zu stillen. „Unabgeschlossene Gestalten“ drängen zur Schliessung. So setzen sich unerfüllte Bedürfnisse immer wieder durch, beispielsweise Unerfülltes oder Traumatisches aus der Lebensgeschichte. Es gilt daher, sich „offener Gestalten“ bewusst zu werden und sie auf situationsangemessene Weise zu schliessen bzw. sie zu transformieren.Unverarbeitete Erfahrungen prägen das Kontaktverhalten und blockieren den Weg der Sinnfindung und des natürlichen Wachstums der Persönlichkeit. In Dialogen, Rollenspiel, Imaginations- und Identifikationsübungen vergegenwärtigt und durchlebt der/die Klient/in ungeklärte Situationen.

Ein Ganzes ist mehr als die Summe seiner Teile.

Eine Melodie ist mehr als die Summe ihrer Noten.

Ein Roman ist mehr als die Summe seiner Wörter.

Ein Mensch ist mehr als die Summe seiner Einzelerfahrungen.


Ausbildungsleitung:

Dr. Elisabeth Wildberger, Ausbildungsort: Raum Salzburg

Zielgruppen:

Personen, die beratend in ihren Arbeitsfeldern tätig sind oder werden möchten (PädagogInnen, SozialarbeiterInnen, SeelsorgerInnen, Pflegepersonal, PersonalberaterInnen, AltenfachbetreuerInnen, MasseurInnen,etc.) und die keine Krankenbehandlung als PsychotherapeutInnen anstreben, sowie Menschen, die die eigenständige Tätigkeit als LebensberaterIn ausüben wollen.

Voraussetzungen:

Mindestalter 24 Jahre, wünschenswert ist die Tätigkeit in einem sozialen, pädagogischen, pflegerischen oder wirtschaftlichen Bereich.
Dauer der Ausbildung: 6 Semester
Vor Beginn der Ausbildung ist « positiv »zu absolvieren:
ein Auswahlinterview bei einem/r unserer LehrtherapeutInnen
ein Einführungs- und Auswahlseminar

Kosten:

€ 1.300,-- pro Semester plus ÖAGG Mitgliedsbeitrag (€ 154.-/Jahr)
exklusive Einzelselbsterfahrung, Einzel- und Gruppensupervision,
ohne evtll. Reise- und Aufenthaltskosten.

Anmeldung:

Österreichischer Arbeitskreis für Gruppentherapie und Gruppendynamik / ÖAGG, Fachsektion Integrative Gestaltterapie. Lenaugasse 3, 1080 Wien, Tel: 01-718 48 60, Fax DW 2, E-mail: gestalttherapie@oeagg.at

Ausbildungsschritte:

- Einführung in die Lebens- und Sozialberatung und Sozialphilosophie
- Gruppenselbsterfahrung
- Fachspezifischer Teil/Methodik Integrative Gestaltberatung
- Krisenintervention
- Grundlagen, Unterschiede, Abgrenzungen für die Lebens- und Sozialberatung in den angrenzenden sozialwissenschaftlichen, psychologischen, psychotherapeutischen, pädagogischen, medizinischen, seelsorgerischen Fachbereichen
- Rechtsfragen, Berufsethik und Berufsidentität
- Betriebswirtschaftliche Grundlagen

Der Lehrgang hat mindestens 560 Stunden zu umfassen.

Zusätzlich zur vorgegebenen Ausbildung
- mindestens 30 Std. Einzelselbsterfahrung
- mindestens 80 Stunden Gruppensupervision
- mindestens 20 Stunden Einzelsupervision
- weiters sind 750 Stunden « fachliche Tätigkeit » (Praktikum, Einzelsupervision, Peergruppenarbeit, Leitung od. fachliche Assistenz bei themenspezifischen Seminaren, Protokolle über Beratungstätigkeiten) bei Abschluß des Lehrganges nachzuweisen.

Abschluß der Ausbildung:
- schriftliche Arbeit/Diplomarbeit
- mündliche Prüfung über eine theoretische/praktische Abschlussarbeit aus dem Praktikum und dem    vorgegebenen Themenkatalog.

Die TeilnehmerInnen erhalten bei erfolgreichem Abschluß ein Zertifikat mit dem Titel „Integrative GestaltberaterIn / ÖAGG“. Danach können sie bei der Landesregierung den Antrag auf Gewerbeberechtigung als LebensberaterIn einreichen (gemäß Verordnung über den Befähigungsnachweis für das Gewerbe der Lebens- und Sozialberater vom 14. Feb. 2003 im Bundesgesetzblatt für die Republik Österreich).